1. Hilfe

Trotz guter Pflege kann es vorkommen, daß der Hund erkrankt. Dem Hund merken man eine Erkrankung meist an den Symptomen oder am Verhalten an. Wie auch für den Menschen gibt es für Hunde unzählige Medikamente und Präparate zu kaufen, trotzdem sollte man hier keine Versuche starten und im zweifelsfall immer den Tierarzt aufsuchen.

Die hier aufgeführten Massnahmen sollen lediglich der ersten Hilfe dienen, sie ersetzen auf keinen Fall kompetente Hilfe.

Hundenormalwerte

Puls/Herzschlag 70-120/min
Atemfequenz 20-30/min
Farbe der Maulschleimhaut rosa & feucht
Temperatur 37,5-38,5°C

Schock

Ein Schock kann vielerlei Ursachen haben. Jedoch geht er immer mit einem massiven
Blutdruckabfall einher

Häufige Schockursachen sind:
- Blutverlußt
- Streß
- Infektionen
- Herzversagen
- Verletzungen

Anzeichen für einen Schock sind:
- blasse Schleimhäute
- Schwäche
- schneller & schwacher Puls
- schnelle Atmung
- kühle Gliedmaßen/Ohren

Als erste Maßnahme sollten Sie versuche die Ursache des Schockes abzustellen, also z.B. Blutungen stillen, Streßsituationen beenden. Halten Sie Ihr Tier warm, bei kleinen Tieren oder Jungtieren empfiehlt sich auch eine Wärmflasche. Sorgen Sie für Ruhe um Ihr Tier herum und kontrollieren Sie Puls und Atmung.

offene Wunden

Sollte die Wunde stark bluten, stoppen Sie diese Blutung durch einen
Druckverband und suchen sie Ihren Tierarzt auf.

Bei nur geringen Blutungen sollten sie die Wunde zuerst von Haaren und Schmutz säubern. Dafür können Sie saubere Tücher, wenn vorhanden Tupfer, und Leitungswasser oder besser eine milde Desinfektionslösung, z.B. Braunol 1:10 verdünnt oder Lavasept, benutzen.
Mögliche Fremdkörper sollten Sie nur entfernen, wenn Sie sicher sein können dadurch keinen weiteren Schaden zu verursachen, so kann z.B. der Fremdkörper wie ein Verschluss in einer Ader sitzen, mit dem Entfernen könnten starke Blutungen auftreten.

Für kleinere Wunden an den Pfoten könne Sie sehr gut einen ausgedienten Socken als Schutz darüber ziehen. Hier Tier sollte auf gar keinen Fall ständig an der Wunde lecken können, da dies die Wundheilung nachhaltig stört.

Knochenbrüche

Knochenbrüchen erkennen Sie unter anderem an folgenden Anzeichen:
Schmerzhaftigkeit, Schwellung, Knirschen oder Reibegeräusche, verminderte Funktionsfähigkeit, unnatürliche Winkelung und Bewegung.

Knochenbrüche werden grob in zwei Klassen, nämlich offene und geschlossene Frakturen, eingeteilt. Bei einer offenen Fraktur ragen die Knochenenden aus einer offenen Wunde heraus. Sie sollten die Wunde möglichste sauber abdecken und die Frakturstelle so weit es möglich ist stabilisieren.

Wenn sie eine Fraktur stabilisieren, kann dies entweder mit einer Schiene oder einem dicken Watteverband erfolgen. Wichtig bei beiden ist, dass sie die Gliedmaße gut polstern (z.B. viel Watte) und sowohl das Gelenk über und unter der Fraktur mit einbeziehen!

Insektenstiche

Entfernen sie den Stachel und kühlen sie die Stichstelle. Bei Stichen im Kopf- bzw. Maulbereich besteht möglicherweise Lebensgefahr auch wenn ihr Tier nicht allergisch reagiert. Sie sollten möglichst ihren Tierarzt aufsuchen.

Hat ihr Hund sich eine Zecke eingefangen, können Sie diese ganz leicht selber aus der Haut herausziehen.

Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und vorsichtig nach hinten herausgezogen werden. Dass eine Zecke herausgedreht werden muss ist übrigens Humbug, Zecken haben kein Gewinde. Eine Drehbewegung sollte sogar vermieden werden, da unter Umständen der Kopf der Zecke abreißen und in der Wunde hängen bleiben kann. Zeckenkarten oder Pinzetten aus
Metall sollen hier sehr gute Dienste leisten, diese leichten Plastikpinzetten taugen nichts.

Desinfizieren Sie nach dem Entfernen der Zecke die Einstichstelle, um Entzündungen zu vermeiden. Falls Körperteile der Zecke in der Wunde verbleiben, kann es zu lokalen Fremdkörperreaktionen kommen. Bitte lassen Sie die Reste durch einen Arzt vollständig entfernen.

Hitzschlag

Auch Tiere leiden unter sommerlicher Hitze und können einen Hitzschlag erleiden. Sie weisen dabei eine erhöhte Körpertemperatur und einen erhöhter Puls auf. Sie hecheln, haben gerötete Schleimhäute, zeigen möglicherweise Schwäche, Schocksymptome und können zusammenbrechen.

Bringen Sie ihr Tier sofort an einen kühleren, schattigen Ort. Kühlen Sie ihr
Tier mit Wasser an den Gliedmaßen ab. Wenn Sie einen Ventilator zur Verfügung haben, stellen sie ihn auf. Bieten Sie Ihrem Tier Wasser zum Trinken an. Kontrollieren Sie alle 5 min die Körpertemperatur. Wenn diese wieder normal ist, trocknen Sie ihr Tier ab.

Vergiftungen

Vergiftungssymtome sind so vielfältig wie mögliche Gifte und daher sehr schwer einzuordnen. Falls Sie die Giftaufnahme beobachtet haben, suchen Sie sofort mit Ihrem Tier den Tierarzt auf, der dann möglicherweise Erbrechen auslösen kann. Nehmen sie etwas von der Substanz und die Verpackung zum Tierarzt mit.

Mögliche Vergiftungssymptome sind: Schwäche, Erbrechen, Zittern, Blutungen, Durchfall, Zusammenbruch, Lähmungen, Speicheln, Bewußtseinseintrübungen, Blässe und Schock.

Erste-Hilfe-Kasten

digitales Fieberthermometer (gemessen wird hinten, versuchen sie es erst garnicht anders)
Pinzette mit abgerundeten Enden zum Entfernen von Fremdkörpern
Zeckenzange
Wund- und Heilsalben
elastische Binden
Klebeband/Isolierband
Notrufnummern (Tierarzt)
saubere Tupfer/Kompressen
Wasserstoffperoxid
Watte
Jodlösung zur Wundsäuberung

Inhalt


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