Anschaffung
Wenn man sich einen Hund anschafft, sollte das keine Kurzschlussreaktion sein, weil der Welpe dort in der Kiste so süss aussieht, weil die Kinder quengeln oder weil Nachbars gerade den aktuellen Modehund erstanden haben. Jeder, der einen Hund halten möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, das ganz und gar von uns Menschen abhängig ist; ein Lebewesen, das Aufmerksamkeit, Pflege, Fürsorge, Opferbereitschaft und Geduld benötigt. Und Geld kostet!
Kosten
Neben der Anschaffung gibt es wichtige Kosten, die Sie bedenken sollten. Sie brauchen fürs erste eine Leine, Halsband, Näpfe, Hundekorb, Decken Bürsten, Spielzeug, kostet ca. 50-200 Euro.
Dann muss der Hund regelmässig zum Tierarzt. Bestenfalls bleibt er gesund, dann fallen nur Impfungen und Wurmkuren an. Aber eine Garantie ist das nicht. Wird der Hund krank oder verletzt sich, kann es sehr schnell sehr teuer werden. Auch der älter gewordene Hund ist vielleicht nichtmehr so robust wie in seiner Jugend. Hunde bekommen wie wir Menschen ihre Alterszipperlein und die Tierärzte wollen in der Regel Cash bezahlt werden.
Eine Hundekrankenversicherung kann abgeschlossen werden, die Kosten belaufen sich auf ca. 30-40 Euro pro Monat.
Eine Hundehaftpflichtversicherung sollte man abschliessen. Sicher kann man mit der Schwiegermutter verhandeln und ihr Kleid auf eigene Kosten reinigen lassen, wenn Lumpi sie zu stürmisch begrüsst hat, aber das sind nur Kleinigkeiten. Wedelt er aber beim Nachbarn eine teuere Ming-Vase vom Tisch kanns schon teurer werden, darum sollte man die ca. 60-150 Euro jährlich in eine Hundehaftpflicht investieren.
Hundesteuer wird fällit werden. Je nachdem wo man wohnt wird man mit 150 Euro pro Jahr und Hund zur Kasse gebeten. Sogenannte Kampfhunde kommen noch teurer.
Und schliesslich will der neue Hausgenossen ja auch Fressen. Bitte keine Resteverwertung, der Hund ist kein Komposter. 20-100 Euro sollte man veranschlagen. Je nachdem ob man einen Dackel oder Schäferhund ins Haus holt.
Zeit
Ein Hund ist ein Rudeltier, er will mit seiner Familie zusammen sein und er will beschäftigt werden. Wie jedes Familienmitglied. Da genügt es nicht, ihn morgens mal in den Garten zu lassen und abends nochmal. Ein Hund, dem das dauerhaft zugemutet wird, könnte aus Frust dazu übergehen, die Einrichtung zu zerlegen und die Nachbarschaft zusammenzujaulen.
Länger als vier Stunden täglich sollte ein Hund nicht alleine sein. Wenn Sie zur Zeit arbeitslos sind, studieren oder aus anderen Grnden viel Zeit haben, was wird aus dem Hund, wenn sich Ihre Situation ändert und Sie z.B. wieder Arbeiten gehen? Haben Sie einen Hundesitter(der wiederum Geld kostet)? Der Hund will ausserdem gassi gehn und ihm ist es egal ob es gerade schneit oder hagelt.
Nerven
Ein lebendiger Hund liegt nicht den ganzen Tag dekorativ in seinem Körbchen. Er kann auch echt an den Nerven sägen. Er findet es z.B. einfach klasse, sich in einem toten Fisch zu wälzen. Den Duft und Schmutz bringt er auch mit nach Hause. Und erst die Pfoten! Bis rauf zum Bauch schlammverkrustet. Und Hunde sind Meister darin, dem Lappen zu entwischen, mit dem man ihn säubern will. Lieber trägt er den ganzen Schnodder in die Wohnung.
Auch wird er mit Sicherheit irgendwas kaputtmachen. Das legt sich wieder, aber wenn er jung ist, wird er sich irgendwas suchen. Bei meinem Hund waren es Klorollen, die er zu Konfetti verarbeitete und in der Wohnung verteilte.
Eignung
Welcher Hund passt zu wem, auch auf das Alter bezogen. Es taugt ja wirklich nichts, wenn die Oma, die nichtmehr gut zu Fuss ist, sich einen Husky zulegt. Viele Rassen weisen spezielle Merkmale auf, für die sie nunmal ursprünglich gezüchtet wurden. Und nicht alle taugen zum Familienhund. Wer z.B. einen Border Collie erwirbt und ihn nicht seinem Naturell entsprechend beschäftigen kann, muss hinnehmen, dass er irgendwann anfängt die Familie zusammenzutreiben und zu hüten. Das ist nunmal seine Art.
Auch erfordern viele Rassen Vorkenntnisse. Nicht jeder Hund ist für einen Anfänger geeignet und braucht eine erfahrene, konsequente Hand. Wenn der Hund merkt, dass die Rangordnung in der Familie nicht felsenfest geklärt ist, wird er versuchen, das Rudel zu übernehmen. Das ist von ihm nicht böse gemeint, das ist einfach seine Natur. Aber sowas kann für den Menschen ziemlich böse ausgehen.